Pharma · Kaufberatung

Die richtige Tablettenpresse auswählen

Eine Tablettenpresse verpresst Pulver oder Granulat zu Tabletten mit gleichbleibendem Gewicht, gleichbleibender Härte und Dicke. Welche die richtige ist, hängt von Ihrer angestrebten Ausbringung, von Größe und Form der Tablette und davon ab, wie eng Sie Gewicht und Härte führen müssen. Dieser Leitfaden geht die Entscheidungen verständlich durch.

Exzenterpresse oder Rundläufer

Eine Exzenterpresse mit einer einzigen Pressstation arbeitet mit einem einzigen Werkzeugsatz und eignet sich am besten für Forschung und Entwicklung, Bemusterung und sehr kleine Chargen. Eine Rundläufer-Tablettenpresse trägt mehrere Stationen auf einem rotierenden Rotor und verpresst pro Umdrehung viele Tabletten – damit arbeitet praktisch die gesamte kommerzielle Produktion.

Wer über den Labormaßstab hinausgeht, fährt in aller Regel mit einem Rundläufer richtig. Die eigentliche Frage lautet dann: wie viele Stationen und wie schnell.

Ausbringung auslegen: Stationen und Drehzahl

Der Ausstoß entspricht näherungsweise der Anzahl der Stationen multipliziert mit der Rotordrehzahl. Eine Presse mit mehr Stationen liefert bei gleicher Rotordrehzahl mehr Tabletten pro Stunde. Richten Sie die Stationszahl daher an Ihrem Tages- und Jahresvolumen aus, statt Geschwindigkeit einzukaufen, die Sie nie nutzen.

Planen Sie Reserve ein. Wer eine Presse deutlich unter ihrem Maximum fährt, verlängert die Werkzeugstandzeit und hält die Gewichtsführung eng. Spezifizieren Sie deshalb eine Maschine, deren Nennleistung über Ihrem Dauerbedarf liegt.

Werkzeuge, Tablettenform und Formatwechsel

Die Werkzeuge (Stempel und Matrizen) bestimmen Größe, Form und Prägung der Tablette. Runde Standardwerkzeuge sind am günstigsten und am leichtesten zu beschaffen; geformte oder mit Bruchkerbe versehene Tabletten erfordern Sonderwerkzeuge. Wenn Sie mehrere Produkte fahren, kalkulieren Sie die Rüstzeit ein und kennzeichnen Sie die Werkzeugsätze eindeutig.

Legen Sie den Werkzeugstandard (z. B. TSM/EU, Typ B oder D) von Anfang an fest, damit Ersatz- und Austauschwerkzeuge später problemlos zu beschaffen sind.

GMP, Staubrückhaltung und Dokumentation

Für die Produktion von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln sollten Sie eine Ausführung in Edelstahl mit GMP-gerechtem Hygienedesign, eine Staubabsaugung sowie die CE- oder UKCA-Kennzeichnung mit Konformitätserklärung spezifizieren. Fragen Sie nach Unterstützung bei der IQ/OQ/PQ-Validierung, wenn Sie unter einem Qualitätsmanagementsystem arbeiten.

Häufig gefragt

Worin unterscheiden sich ZP-31D und ZP-41D?

Beide sind Rundläufer-Tablettenpressen derselben Baureihe; die Zahl steht für die Stationszahl (rund 31 gegenüber 41 Stationen). Mehr Stationen bedeuten bei gleicher Rotordrehzahl mehr Ausstoß – die ZP-41D passt daher zu größeren Mengen, die ZP-31D zu kleineren Chargen oder einem breiteren Produktmix mit häufigem Formatwechsel. Nennen Sie uns Ihre angestrebten Tabletten pro Stunde, und wir legen die Maschine aus.

Wie viele Tabletten pro Stunde schafft ein Rundläufer?

Der Ausstoß hängt von Stationszahl und Rotordrehzahl ab und reicht von einigen zehntausend bis zu mehreren hunderttausend Tabletten pro Stunde. Legen Sie die Maschine mit Reserve auf Ihren Dauerbedarf aus, nicht auf ihre Maximalleistung.

Lässt sich eine Tablettenpresse GMP-konform validieren?

Ja. Pressen sind in GMP-gerechter Edelstahlausführung mit CE-/UKCA-Kennzeichnung, Konformitätserklärung und technischen Unterlagen lieferbar, bei Bedarf mit Unterstützung für die IQ/OQ/PQ-Validierung.

Brauche ich vor der Tablettenpresse einen Granulator?

Häufig ja. Das Granulieren verbessert Fließverhalten und Verpressbarkeit und sorgt so für gleichmäßigeres Tablettengewicht und gleichmäßigere Härte. Schlecht fließende Pulver lassen sich zwar direkt verpressen, viele Produkte laufen jedoch deutlich besser, wenn sie zuvor durch Granulator und Trockner gehen.

Unsicher bei der Auswahl?

Nennen Sie uns Ihr Produkt – wir spezifizieren die passende Maschine.

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